Leitung auf Putz verlegen

Um elektrische Leitungen sichtbar auf dem Mauerwerk zu verlegen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Für welche ich mich entscheide, ist vom Zweck meiner Installation mit abhängig.

Ich kann Kabel auf dem Putz mit Nagelschellen befestigen oder die Leitungen durch Rohre ziehen. Auch Kabelkanäle sind eine sinnvolle Alternative. Das vor allem dann, wenn viele Leitungen über längere Strecken parallel verlegt werden. Hier genügt es wenn ich einmal einen ausreichend großen Kanal auf der Wand befestige und anschließend die Leitungen einfach hineinlege. Oft nehme ich den Kanal eine Nummer größer als im Augenblick notwendig, so kann ich immer noch mal eine Leitung nachziehen.

Sind mehrere Kabel auf einer Strecke parallel zu verlegen, kann ich dies auch mit Registerschienen und Abstandschellen bewirken. Der Kanal fällt dem gegenüber kaum auf, wenn er denn sauber verlegt worden ist.

Sauber sieht auch die Verlegung in Kunststoffrohren aus. Mir stehen verschiedene Durchmesser zur Verfügung, so daß ich auch hier mehrere Leitungen in einem Rohr verlegen kann. Die einzelnen Rohre lassen sich mit Muffen verbinden. Zweckmäßig zu jedem System gibt es auch 90-Bögen, die sich ebenfalls einfach auf die Rohrstücke stecken lassen. Die Befestigung erfolgt mit Rohrschellen. Diese lassen sich ineinander stecken, so daß ich bei mehreren parallel zu verlegenden Rohren nicht jede einzelne Schelle andübeln muß.

Nicht alle im Handel erhältlichen Leitungen und Kabel dürfen auf Putz verlegt werden. Im Hausbereich werden Installationen üblicherweise mit der Mantelleitung NYM-J durchgeführt. Diese gibt es preiswert mit unterschiedlichen Aderzahlen und in verschiedenem Leiterquerschnitt im Baumarkt zu kaufen.

Das ich den Strom abschalte, bevor ich die neue Leitung anschließe, versteht sich von selbst. Vorsichtig öffne ich die Abzweigdose, an der das Kabel entspringen soll und prüfe, ob an den Leitungsadern Spannung anliegt. Verwende ich dafür den Duspol, einen Zweipol-Spannungsprüfer, muß ich jede Ader gegen Null bzw. Erde prüfen. Benutze ich den Phasenprüfer, so berühre ich den Kontakt am Griffende des Prüfers mit einem Finger. Mit der Prüfer-Spitze berühre ich nun nacheinander alle Aderenden in der Abzweigdose. Der Prüfer darf keine Spannung anzeigen.

Wenn ich den Zielpunkt befestigt habe, beispielsweise eine neue Steckdose, markiere ich den Verlauf der neuen Leitung. Achtung: Leitungen sind stets rechtwinklig zu verlegen, außerdem muß ich die Installationszonen einhalten. Nagelschellen werden in der Waagerechten alle 25 cm, in der Senkrechten alle 30 bis 40 cm gesetzt. Vor dem Ausgangs- und dem Zielpunkt der Leitung sollte die letzte Schelle in 10 cm Entfernung sitzen. Bei Rohrschellen ist das etwas anders. Sie werden waagerecht alle 40 cm und senkrecht alle 50 cm fixiert. In der Verteilerdose öffne ich ein vorgestanztes Loch für die Einführung der neuen Leitung. Beim Abisolieren der Leitungen muß ich darauf achten, das zumindest für einen Fachmann erkennbar ist, um was für ein Kabel es sich handelt. Die Adern werden entsprechend ihrer Bestimmung angeschlossen. Es ist sinnvoll, dafür neue Dosenklemmen zu verwenden. Die blanken Aderenden stecke ich bis zur Isolation in die Klemme und ziehe die Schraube fest an. Herausragende Aderenden knipse ich mit dem Seitenschneider ab.

Die gleiche Prozedur wiederhole ich nun an der Steckdose. Verteilerdose und Steckdose werden wieder ordnungsgemäß verschlossen. Erst jetzt schalte ich den Stromkreis wieder ein und überprüfe die Funktion und die Sicherheit meiner neuen Installation.

Es schrieb für Sie Ihr Hausmeister Rolf Beckmann aus Bremen.






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