Wie Sie Ihr
Verlängerungskabel reparieren

Habe ich ein Elektrogerät im Haushalt, das kein Lebenszeichen mehr von sich gibt, so ist oft nur der Stecker oder das Verlängerungskabel defekt. Mit etwas Sachkenntnis läßt sich das schnell beheben.

Habe ich vor dem Ausfall des Gerätes bereits festgestellt, daß der Stecker während des Betriebs warm oder gar heiß wurde, dann wird dort der Fehler zu finden sein. In solchen Fällen ist in jedem Fall der Stecker auszutauschen. Grundsätzlich sollte ich auch den durch Wärme verhärteten Teil der Leitung abschneiden. Fest angegossene Stecker kann ich nur komplett mit der Anschlußleitung austauschen.

Gibt mein Gerät nur an einer Verlängerungsleitung keine Lebenszeichen von sich, kann ich diese ohne Hilfsmittel leicht prüfen: Zuerst schalte ich das an die fragliche Leitung angeschlossene Gerät ein und wackel an allen Stellen der Verlängerung, besonders im Bereich von Stecker und Kupplung. Erwacht mein Gerät dabei irgendwann kurz zum Leben, besteht höchstwahrscheinlich ein Kabelbruch: die Kupferdrähtchen unter den Isolationsschichten sind gebrochen und haben nicht immer Kontakt. Die Leitung muß dann vor und hinter der defekten Stelle getrennt werden.

Meistens kann ich die verkürzte Leitung nach Neuanschluß des Steckers oder der Kupplung weiterverwenden. Ähnliches gilt, wenn die Leitung offensichtlich mechanisch verletzt wurde. Auf gar keinen Fall darf ich die Fehlerstelle nur mit Isolierband oder Ähnlichem umwickeln! An Leitungen, bei denen ich mit der 'Wackel-Methode' keinen Fehler orten konnte, sind in der Regel Stecker oder Kupplung defekt.

Das ich niemals an elektrischen Anlagen arbeite, solange noch der Stecker in der Dose ist, versteht sich wohl von selbst. Nun schraube ich Stecker oder Kupplung auf und klappe die Hälften auseinander beziehungsweise schiebe die Abdeckung über das Kabel. Peinlichst genau achte ich auf die Stellen, an denen die blaue und die schwarze Anschlußleitung mit den Steckerstiften verschraubt sind. Die Leitungsenden dürfen nicht dunkel oder hart und porös sein. Zur weiteren Überprüfung ziehe ich leicht an den Leitungen: Sie müssen fest in den Steckerstiften sitzen. Auch der grün-gelbe Schutzleiter muß fest am Anschluß sitzen. In jedem Fall sollte ich die Schrauben im Stecker auf festen Sitz prüfen und gegebenenfalls nachziehen.

Zum Austausch des Steckers oder der Kupplung ist zunächst die Anschlußleitung zu entfernen. Dazu sind eine oder zwei Schrauben am Gehäuse zu lösen, die die Zugentlastung auf das Kabel drücken - wenn an der Leitung gezogen wird, fängt die Entlastung die Zugkräfte auf. Wenn ich die Schiene entfernt oder hochgeklappt habe, löse ich die Schrauben an Steckerstiften und Schutzkontakt-Schiene. Die Leitung sollte sich nun aus dem Stecker ziehen lassen. Gegebenenfalls ziehe ich nun das alte Steckergehäuse von der Leitung. Nachdem ich den neuen Stecker bzw. die Kupplung geöffnet habe drehe ich die Schrauben der Zugentlastung heraus. Die Schrauben der Steckerstifte und Schutzkontakt-Schiene werden nur soweit gelöst, daß sie nicht herausfallen können.

Der defekte Teil der Leitung wird gekappt und das neue Ende in der gleichen Länge wie zuvor abisoliert (rund 4 cm). Nun schneide ich von der blauen und der schwarzen Ader (nicht vom grün-gelb gestreiften Schutzleiter) rund 10 mm ab. Dadurch stelle ich sicher, daß bei starkem Zug an der Leitung der Schutzleiter zuletzt herausgerissen wird. Die drei Leiter werden nun auf einer Länge von etwa 5 mm abisoliert. Verletze ich dabei die Isolation der Adern oder die Kupferleiter, muß ich das gesamte Leitungsstück abschneiden und erneut ein Stück abisolieren.

Auf jedes der nun freiliegenden Drahtbündel quetsche ich eine Aderendhülse mit dem passenden Durchmesser. Um einen sicheren Kontakt herzustellen, darf die Aderendhülse nicht zu groß sein. Das früher übliche Verzinnen der Litzenenden ist nicht mehr zulässig, da im Laufe der Zeit das Lötzinn unter dem Schraubendruck nachgibt und keine sichere Verbindung mehr gewährleistet ist.

Jetzt kann ich die vorbereitete Leitung an den Stecker oder die Kupplung anschließen. Den richtigen Sitz der Leitungen in den Steckerstiften überprüfe ich durch vorsichtiges Ziehen an den Adern: Die Kupferdrähtchen dürfen nicht aus den Aderendhülsen rutschen; der Verbund Aderendhülse/Kupferdrähte darf sich nicht in dem Anschlußstift bewegen.

Nun ist noch die Anschlußleitung unter die Schiene der Zugentlastung zu legen, wobei die äußere Isolation etwa zwei bis drei Millimeter aus der Schiene herausragen soll. Zu guter Letzt setze ich die Schrauben ein und ziehe sie fest. Dann schließe ich das Steckergehäuse und prüfe meine Arbeit.

Es schrieb für Sie Ihr Hausmeister Rolf Beckmann aus Bremen






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